Kempfeld. Eine neue touristische Attraktion ist in greifbare Nähe gerückt: Jetzt, da sich alle Beteiligten nach anfänglichen Widerständen und Vorbehalten auf ein gemeinsames Konzept für die touristische Erschließung der Steinbachtalsperre bei Katzenloch geeinigt haben, drängt der Verein Zukunft Steinbachtal auf eine möglichst schnelle Umsetzung. Den inzwischen mehr als 90 Mitgliedern schwebt nach Aussage des Vorsitzenden Wilfred Zöbisch (Sensweiler) vor, „dass man damit gleich beginnen und nicht auf die anstehende Sanierung der Talsperre warten sollte. Beides kann unabhängig voneinander laufen.“
Er hofft bei der schrittweisen Verwirklichung des zukünftigen Naherholungsgebiets, dessen Herzstück ein circa fünf Kilometer langer Rundwanderweg um die Talsperre ist, auf eine Aufbruchstimmung und Mitmacheffekte. Zumindest einige Teilprojekte könnten nach Meinung des Vereins, dem längst nicht nur Mitglieder aus dem Hochwald angehören, jetzt schon verwirklicht werden. Dazu gehört der geplante Mustergarten der Artenvielfalt: Er soll auf einem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück, das ein Landwirt zur Verfügung stellen will, angelegt werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat Hilfe bei der Planung zugesagt.
Sponsoren sind willkommen
Am Ortsausgang von Sensweiler soll auf einem kleinen Plateau ein Picknickplatz direkt an der Traumschleife „Köhlerpfad“ entstehen. Es folgt ein Brückenbauwerk über den Steinbach, ehe der Weg durch ein idyllisches Wäldchen, dass die Rundung des Weges um den See schließt und malerische Blicke bietet, weiter zu besagtem Mustergarten führt. Als besondere Attraktion ist nicht weit davon ein Skywalk über dem See geplant. „Auch wenn das aufwendig ist: Davon sind alle ganz begeistert.“ Der Rundweg mit Sichtachsen auf das Wasser, der über den Damm wieder auf die Südseite des Sees führt, wo er die Traumschleife „Köhlerpfad“ berührt, könnte laut Zöbisch jetzt schon angelegt werden. Mit der Premiumschleife um den See „hätten wir dann am Ende ein neues Sahnehäubchen am Nationalpark Hunsrück-Hochwald“.
Bleibt die Frage nach der Finanzierung der zukünftigen Naturoase. „Das alles wird Geld kosten, das aber für die Zukunft unserer Region gut angelegt ist.“ Dabei sei man auf Sponsoren angewiesen. „Jede Idee und jegliche Unterstützung sind willkommen. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn dieses Konzept nicht auch förderungswürdig wäre“, betont der Vorsitzende von Zukunft Steinbachtal.
Für den in Sensweiler lebenden Aktivisten ist das Projekt eine Herzensangelegenheit – und ein weiterer Baustein für ein attraktives touristisches Angebot im Kreis Birkenfeld. Deshalb sollte es nach seinen Vorstellungen dafür auch in der gesamten Region ohne jedes Kirchturmdenken politische Unterstützung geben. Zöbisch, der der SPD nahesteht, hat nach eigenen Worten von Anfang an Wert darauf gelegt, dass das Vorhaben parteiübergreifend angepackt wird. Auch die anliegenden Ortsgemeinden, allen voran Sensweiler, Langweiler und Kempfeld, sind mit im Boot. Sie sollen die Umsetzung nach den Vorstellungen von Zöbisch finanziell wie auch mit Arbeitseinsätzen unterstützen.
Rückenwind durch Bachelorarbeit
Der Verein versteht seine Rolle als die eines Motors, der das Vorhaben in enger Abstimmung mit Behörden und Politikern wie VG-Bürgermeister Uwe Weber zielstrebig vorantreibt. Schon seit vielen Jahren gebe es die Idee, die Steinbachtalsperre für Freizeit und Erholung zu nutzen. Mit dem Bau des Wasserwissenswerks wurde es konkreter. Nach einem Bürgerforum wurde vor rund zwei Jahren der Verein gegründet.
Rückendeckung gab es durch eine Bachelorarbeit am Umwelt-Campus Birkenfeld. Dabei kam heraus, dass die Schutzzonenverordnungen für die in der Nähe liegenden Talsperren Riveris bei Trier und Primstal, wo Wanderer schon lange willkommen sind, seinerzeit von der gleichen Behörde erstellt wurden wie die an der Steinbachtalsperre. Es war aber noch viel Überzeugungs- und Vorarbeit notwendig, ehe sich im März alle Beteiligten mit dem Vorhaben einverstanden erklärten. Wobei klar ist, dass die Trinkwasserversorgung und -qualität absolute Priorität haben. „Jetzt aber ist der Weg endlich frei für die schnelle Umsetzung der Maßnahmen. Wir sollten dabei keine Zeit verlieren“, wünschen sich Wilfred Zöbisch und seine Mitstreiter. Kurt Knaudt
Weitere Infos im Internet unter www.zukunft-steinbachtal.de
 
Quelle: Nahe Zeitung vom 4. Juli 2020; Bericht Kurt Knaudt; Foto Reiner Drum